Hydrolyse bei Schuhen: Warum sich Sohlen zersetzen und was Sie dagegen tun können
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Hydrolyse bei Schuhen – ein rätselhafter Vorgang?
Wir erklären die Zusammenhänge
Ihre Schuhsohle zersetzt sich – warum?
Vielleicht haben Sie es auch schon mal erlebt: Die Sohle Ihrer Schuhe fängt an, sich langsam aufzulösen. Wie kommt das? Lässt sich dieser Vorgang verhindern und wenn ja, wie? Damit Sie nicht weiter rätseln müssen, haben wir uns eingehender mit den Ursachen befasst.
Der Auslöser für Hydrolyse bei Schuhen
Der Begriff „Hydrolyse“ bezeichnet einen natürlichen Zersetzungsprozess, der nicht auf mangelhafte Qualität oder Abnutzung zurückzuführen ist. In den meisten Fällen werden Sie mit diesem Problem auch nichts zu tun haben, denn die Hydrolyse beginnt erst nach mehreren Jahren und geht sehr langsam vor sich. Die Ursache dafür ist in der Regel in der Zwischen- oder Laufsohle zu suchen.
In den Sohlen von Sicherheitsschuhen wie auch in Freizeit- und Wanderschuhen ist häufig eine Dämpfungsschicht aus PU (Polyurethan) eingebaut. Dabei handelt es sich um geschäumtes Material auf der Basis von Polyester, was wesentlich zur Flexibilität und einem leichten Gewicht der Schuhe beiträgt.
Andererseits reagiert PU mit Feuchtigkeit und Wasser. Und hier sind wir wieder beim Kernproblem Hydrolyse gelandet. Im Zusammenspiel mit Wasserstoffatomen kann PU einen Zersetzungsprozess auslösen, wodurch das PU an Flexibilität verliert. Dieser Prozess geht allerdings sehr langsam vor sich, so dass es erst nach längerer Zeit (meist sechs oder mehr Jahre) und erheblichem Anstieg der Hydrolyse zu Auflösungserscheinungen im Sohlenbereich oder einem Sohlenbruch kommen kann.
Warum wird PU für Schuhsohlen verwendet?
Spätestens hier taucht die Frage auf, welchen Sinn die Verwendung von PU in den Sohlen von Schuhen macht, wenn mit Hydrolyse gerechnet werden muss. Ganz einfach: Polyurethan ist ein sehr hochwertiges Material, das eine Menge Vorteile gegenüber anderen Kunststoffen zu bieten hat. PU besitzt eine Struktur, die die Sohle sehr leicht und flexibel und dazu noch strapazierfähig macht. Außerdem sorgen PU-Sohlen für eine äußerst komfortable Dämpfung, wodurch besonders die Gelenke geschont werden. Wenn Sie nun davon ausgehen, dass Sie Ihre Arbeits- und Sicherheitsschuhe etwa acht Stunden am Tag tragen, dann wird schnell klar, welche nützlichen Auswirkungen die Sohlenverarbeitung mit PU auf den Laufkomfort hat.
Das ist aber noch nicht alles. Laufsohlen aus PU widerstehen Temperaturen bis zu 130° C und bleiben zudem bis -30° C kälteflexibel. Gleichermaßen wie Gummisohlen sind sie öl- und kraftstoffbeständig. Rutschhemmende Eigenschaften und eine hohe Abriebfestigkeit gehören ebenfalls zu den Vorteilen, genauso wie eine einfache Herstellung. Insgesamt gesehen eignet sich also PU hervorragend für anspruchsvolle Laufsohlen, selbst mit dem Hintergrund, dass nach vielen Jahren (etwa 6 Jahre oder mehr) ein Hydrolyse-Vorgang stattfinden kann.
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Lässt sich Hydrolyse stoppen, verhindern oder verzögern?
Komplett abwenden lässt sich der Zersetzungsvorgang nicht. Bis zu einem gewissen Grad können Sie aber den Alterungsprozess und damit den Zerfall der Sohlen Ihrer Sicherheitsschuhe beeinflussen. Wenn Sie die folgenden Punkte beachten, können Sie die Hydrolyse verlangsamen.
So können Sie vorbeugen
- Der Gebrauch: Indem Sie Ihre Schuhe regelmäßig benutzen, lässt sich die Hydrolyse verzögern. Durch die Bewegung bleibt der in der PU-Sohle verarbeitete Kunststoff geschmeidig, so dass sich nicht so schnell kleine Risse bilden können. Bei täglicher Nutzung zur Arbeit tritt Hydrolyse eher nicht auf, da die Schuhe vorher insgesamt abgenutzt sind und sowieso ausgetauscht werden müssen.
- Die Lagerung: Keller, Garagen und Gartenschuppen sind für eine dauerhafte Lagerung nicht zu empfehlen. Auch Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit eignen sich nicht dafür, denn in feuchter Umgebung haben Mikroorganismen die besten Bedingungen, um die PU-Substanz anzugreifen. Auch direktes Sonnenlicht, Hitze und hohe Temperaturen wie in Heizungskellern sollten vermieden werden. Mit der richtigen Lagerung in kühlen, trockenen Räumen können Sie auf jeden Fall den Alterungsprozess Ihrer Schuhe verlangsamen.
- Reinigung und Pflege: Vorzeitiger Hydrolyse können Sie auch vorbeugen, indem Sie Ihre Schuhe sorgfältig trocknen, regelmäßig reinigen und pflegen. Professionelle Tipps dafür finden Sie in unserem Bamiro Blog Arbeitsschuhe richtig reinigen und pflegen.
Anzeichen frühzeitig erkennen und rechtzeitig handeln
Ihre Sicherheitsschuhe sollten Sie ohnehin regelmäßig auf Schäden untersuchen, damit Risiken und Unfälle rechtzeitig vermieden werden können. Feine Risse, bröckelnde Zwischensohlen, ein Profil, das sich ablöst sind deutliche Hinweise auf eine fortgeschrittene Hydrolyse. Tauschen Sie in diesem Fall die Schuhe unbedingt aus, um zu verhindern, dass Sie während der Arbeit oder auf der Baustelle plötzlich mit halber Sohle dastehen und sich womöglich noch eine Verletzung zuziehen.
Wie lange halten Sicherheitsschuhe?
Die Haltbarkeit von Sicherheitsschuhen ist nicht pauschal zu bestimmen. Deren Nutzungsdauer hängt wie oben erwähnt von mehreren Kriterien ab. Auf jeden Fall raten wir von einer jahrelangen Lagerung von Sicherheitsschuhen ab. Gute Pflege trägt definitiv zur Langlebigkeit bei. Ihre Sicherheitsschuhe sollten auch regelmäßig richtig austrocknen können. Dafür ist manchmal mehr als eine Nacht notwendig. Deshalb wäre es von Vorteil, ein zweites Paar für einen regelmäßigen Wechsel zu haben.
Fazit
Mit guter Pflege und regelmäßigem Gebrauch verlängern Sie die Haltbarkeit Ihrer Arbeits- und Sicherheitsschuhe. So wird auch ein PU-Anteil im Sohlenbereich innerhalb einer mehrjährigen Lebensdauer kaum zum Problem werden.